Mond, allgemeine Bezeichnung für den natürlichen Satelliten der Erde, aber auch für die Trabanten
anderer Planeten. Außer der Erde besitzen folgende Planeten im Sonnensystem Monde: Mars hat zwei,
Jupiter 17, Saturn 28, Uranus 21, Neptun acht Monde und Pluto einen Mond.

Der zyklische Wechsel der Mondphasen ent-
steht dadurch, dass der Mond die Erde umkreist.
Wir sehen daher von der Erde aus die Grenze
zwischen der beleuchteten und der unbeleuch-
teten Hälfte des Mondes von Tag zu Tag unter
einem anderen Winkel. Für einen Beobachter
außerhalb der Erde würde sich der Mond auf einer
leicht schlangenförmigen Bahn fortbewegen. Sie
entsteht durch die Überlagerung der elliptischen
Bahn der Erde um die Sonne mit der eigenen,
ebenfalls ellipsenförmi-gen Bahn des Mondes
um die Erde. Der Mond „pendelt“ gewissermaßen
um die Erdbahn.

Der Mond der Erde hat einen Durchmesser von rund 3 480 Kilometern; das entspricht rund einem Viertel
des Erddurchmessers. Sein Volumen beträgt ungefähr 2 Prozent des Erdvolumens. Seine Masse entspricht
1,2 Prozent der Erdmasse, so dass seine mittlere Dichte nur etwa 60 Prozent der mittleren Erddichte aus-
macht. Die Schwerebeschleunigung auf der Mondoberfläche ist sechsmal kleiner als auf der Erdoberfläche.
Der Mond hat keine Atmosphäre; daher gibt es auf ihm auch kein Wettergeschehen, das auf das Gestein
einwirken könnte.
Der Mond umrundet die Erde in einem mittleren Abstand von 384 403 Kilometern mit einer Durchschnitts-
geschwindigkeit von 3 700 Kilometern pro Stunde. Er legt seine elliptische Umlaufbahn einmal in 27 Tagen,
7 Stunden, 43 Minuten und 11,5 Sekunden zurück; diese Umlaufzeit bezieht sich auf seine Bewegung relativ
zu den Fixsternen . Zwei gleiche Mondphasen erscheinen in einem zeitlichen Abstand von jeweils 29 Tagen,
12 Stunden, 44 Minuten und 2,8 Sekunden. Der Mond dreht sich um seine eigene Achse, und zwar einmal in
einer siderischen (auf die Sterne bezogenen) Periode. Daher kehrt er der Erde immer dieselbe Seite zu.
Obwohl der Mond sehr hell erscheint, reflektiert er nur rund 7 Prozent des auftreffenden Sonnenlichtes.
Damit ist sein Reflexionsvermögen (die so genannte Albedo) so gering wie das von Kohlenstaub.

Nach jüngsten Erkenntnissen liegt das Alter des Mondes bei 4,5 Milliarden Jahren. Diese Datierung stützt
sich auf Halbwertszeitexperimente mit Mondgestein. Ähnlich wie bei der Kohlenstoff-14-Analyse ermit-
telten Wissenschaftler das Alter anhand des Hafnium-182-Gehaltes in den Proben – dieses seltene Isotop
hat eine Halbwertszeit von rund neun Millionen Jahren

Vor der modernen Raumforschung gab es hauptsächlich drei klassische Theorien der Mondentstehung:
Abspaltung von der Erde, gemeinsame Bildung und Bildung fern von der Erde mit anschließendem
„Einfangen”. 1975 gewann eine Theorie die Oberhand, nachdem man Mondgesteine und Nahaufnahmen
der Mondoberfläche genauer untersucht hatte. Als wahrscheinlichste Möglichkeit gilt seitdem die Bildung
durch einen Planetoidenaufprall. Diese Erklärung nähert sich also eher der ersten der klassischen
Theorien an.

1. Bildung durch Abspaltung von der Erde

Nach der modernen Version dieser Theorie hat sich in der erdgeschichtlichen Frühzeit, als die Erde sehr
schnell rotierte, das Material des Mondes von der Erde durch die Fliehkraft abgespalten. Diese Vorstellung
wurde teilweise dadurch gestützt, dass der Mond etwa die gleiche Dichte hat wie die Gesteine im oberen
Erdmantel. Ein Problem ist dabei aber, dass der Drehimpuls der Erde nach dieser Theorie zum Erzeugen
der Rotations-Instabilität viel größer gewesen sein müsste, als es der Drehimpuls des heutigen Systems
Erde–Mond tatsächlich ist. Nach den Gesetzen der Mechanik bleibt der gesamte Drehimpuls eines isolierten
Systems (wie es Erde und Mond im Wesentlichen darstellen) konstant.

2. Gemeinsame Bildung

Nach dieser Theorie kondensierten Erde und Mond jeweils für sich während der Entstehung unseres Son-
nensystems – ebenso wie alle anderen Himmelskörper des Sonnensystems – aus Wolken von Gasen und
festen Teilchen, dem so genannten solaren Nebel. Der größte Teil dieser Materie konzentrierte sich im Zen-
trum und bildete die Sonne.

3. Bildung fern von der Erde

Gemäß dieser Theorie bildeten sich Erde und Mond unabhängig voneinander. Aber anders als bei der zwei
ten Theorie geht man hier davon aus, dass der Mond in einem anderen Bereich des Sonnensystems entstand,
weit von der Erde entfernt. Später, so nimmt man an, führten ihre Umlaufbahnen die beiden Körper
einmal nahe zusammen. Dabei wurde der Mond von der Erde „eingefangen”.

4 Planetoidenaufprall

Nach dieser 1975 aufgestellten Theorie wurde die Erde vor mehr als vier Milliarden Jahren von einem gro-
ßen Planetoiden oder Meteoriten getroffen, der etwa die Größe des Mars gehabt haben muss. Der unge-
heure Aufprall beförderte Teile der Erde und des Planetoiden in eine Umlaufbahn, wo sie sich vereinigten
und den Mond bildeten. Diese Theorie basiert auf Untersuchungen des Mondgesteins, das um 1970 von den
Mondexpeditionen mitgebracht wurde. Diese Theorie der Mondentstehung wird derzeit von den meisten
Wissenschaftlern vertreten. Bei ihr besteht das größte Problem darin, dass die Erde nach dem Aufprall völlig
geschmolzen sein müsste, wofür es aber keine geochemischen Anzeichen gibt. Mögliche Hinweise für eine
Entstehung des Mondes durch Planetoidenaufprall lieferten auch Messergebnisse der NASA-Mondsonde
Lunar Prospector im Frühjahr 1999. Danach macht der Eisenkern des Erdtrabanten etwa 4 Prozent seiner
Gesamtmasse aus, während der Kern der Erde rund ein Drittel ihrer Gesamtmasse bildet. NASA-Experten
hielten diese Verhältnisse für einen Beleg, dass die Erde, nachdem sich ihr Kern gebildet hatte, mit einem
Planetoiden kollidierte. Anschließend, so die Experten weiter, könnte sich aus dem, was nach dem Zusam-
menprall von dem Planetoiden übrig blieb, der Mond gebildet haben.


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