Mittels von der Erde ausgesandten und von der Venus-
oberfläche reflektierten Radarstrahlen wurde diese
topographische Karte angefertigt. Gelbe und grüne Flächen
kennzeichnen kontinentale Erhebungen, blaue Gebiete
entsprechen tiefer liegenden Becken. Radarstrahlen, die von
den Erhebungen reflektiert werden, kommen früher auf der
Erde an.

Die Venus rotiert sehr langsam um ihre Achse, und zwar gegenläufig zum Drehsinn der Erde. Sie
wendet der Erde stets dieselbe Seite zu, wenn sich die beiden Planeten einander auf die kürzeste Entfernung
nähern.
Aus den von der Raumsonde Pioneer Venus 1, von sowjetischen Sonden und von Radioteleskopen auf der
Erde gesammelten Daten kann man schließen, dass die Venusoberfläche eine hügelige Ebene ist, die von
zwei kontinentgroßen Hochländern – Ishtar Terra und Aphrodite Terra – unterbrochen wird.
Mit Hilfe der leistungsfähigeren Radargeräte an Bord der Sonde Magellan konnte man riesige Vulkane
mit erstarrten Lavaflüssen erkennen und ein ausgedehntes Gebiet mit Meteoritenkratern. Der größte von
ihnen hat einen Durchmesser von rund 160 Kilometern, und der kleinste misst rund fünf Kilometer. Die
Auflösung der Radarbilder ist so gut, dass man noch kleinere Krater entdecken könnte, wenn solche
vorhanden wären. Jedoch verhindert die hohe Dichte der Venusatmosphäre, dass kleinere Meteoriten
bis zur Oberfläche gelangen; sie verdampfen vorher.
In letzter Zeit ergaben sich Hinweise darauf, dass die Venus zumindest in früheren Perioden starke
tektonische Aktivitäten aufwies. Zu den Anzeichen dafür gehören Gebirgskämme, Cañons, eine
rund 1 400 Kilometer lange wannenförmige Vertiefung der Oberfläche sowie ein gigantischer
Vulkankrater, dessen Boden einen Durchmesser von über 700 Kilometern hat. Die sowjetischen
Sonden funkten Bilder der Gegenden zur Erde, in denen sie gelandet waren, und maßen auch die
natürliche Radioaktivität des Gesteins. Diese Radioaktivität ähnelt der unseres Granits. Das lässt
vermuten, dass sich das Gesteinsmaterial der Venus infolge vulkanischer Aktivität in Gesteine mit
unterschiedlichen chemischen Zusammensetzungen aufspaltete.


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