Gäste aus dem Tschad

      

Im Französischraum herrschte absolute Stille, weil die Schülerinnen und Schüler gebannt den Erzählungen Djimtahaoum Memtigar folgten. Er lässt sich lieber mit Jim anreden, denn so ist es für seine Gesprächspartner einfacher.

Jim flüchtete 2002 aus dem Tschad. Was er erzählte, fesselte die Schüler, denn er sprach von seinem Leben im Tschad, vom Kampf gegen das Regime, der Angst vor Verfolgung und Tod und von seiner Flucht quer durch Europa. Diese endete im Asylbewerberheim in Luckenwalde.

Seinen Kampf gegen die korrupte Regierung in seiner Heimat führt er nun von Deutschland aus. Dazu zählt auch, Menschen über Afrika und das Leben im Tschad zu informieren. Für die Schüler bedeutete das Politikunterricht in Französisch, der Amtssprache im Tschad. Doch wenn es zu schwierig mit der Verständigung wurde, sprach Jim  Deutsch oder Englisch, und zwar fließend.

Auch die Erzählungen der 24jährigen Nathalie Hounvo aus Benin verfolgten die Jugendliche mit großem Interesse. Nathalie war nur für drei Monate in Berlin und spielte dort Theater. In ihrer Heimat beschäftigt sie sich mit einem Theaterprojekt. Sie studiert mit ehemaligen Kindersklaven ein Stück ein. Das soll ihnen helfen, ihre Erlebnisse zu verarbeiten. Am Friedrich-Gymnasium erzählte sie das afrikanische Märchen von der Sonne, dem Mond und ihren Kindern, den Sternen.  

"Kennen lernen von Asylbewerbern im Unterricht" heißt das Projekt des Kirchenkreises Niederer Fläming. Auf diese Weise sollen Schüler über andere Länder Wissen sammeln und toleranter werden. Und so konnte in Zusammenarbeit mit dem Kirchekreis, der MBS und der Französischlehrerin Frau Kasimir Schülern des Gymnasiums die Möglichkeit geboten werden, ihre Kenntnisse zu erweitern.

 

 

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