Reise nach St. Petersburg 2009

Zwischen Pelmeni, Limousinen und Schwanensee

Gruppenfoto vor dem Katharinenpalast

 

Schüler unseres Friedrich-Gymnasiums hatten 8 erlebnisreiche Tage in St. Petersburg.

Am 22.01 in „Tegel“ waren nach wirklich aufregenden Reisevorbereitungen alle 52 Reisenden komplett, davon 43 Teilnehmer vom Goethe-Schiller Gymnasiums Jüterbog sowie neun Friedrichianer  (acht Schüler der 11. bis 13. Klasse  und unsere Russischlehrerin Frau Dr. Seemann).

Nach der Landung in „Pulkowo“ stand uns schon die erste Hürde in Form von Migrationskarten bevor. So sollte man im Idealfall bei Ankunft den A-Teil abgeben und bei Abreise den B-Teil. Jedoch gelang es einigen, entweder nur B abzugeben oder gleich beide zu verlieren, was schon für leichten Nervenkitzel im Hinblick auf die Abreise sorgte.

Dann ging es in zwei Reisebussen ab zum Hotel „Moskwa“, das mitten im Zentrum der Stadt auf dem Newski-Prospekt lag. In dem direkt an der „Newa“ gelegenem Hotel erwartete uns jeden Morgen ein leckeres Büffet, unter anderem mit „Pelmeni“ (kleine Nudelteigtaschen mit Fleisch- oder Pilzfüllung), „Kascha“ (Brei aus Buchweizen, Grieß oder Haferflocken) und „Piroschki“ (gefüllte Blätter- oder Hefeteigtaschen) sowie abends ein 3-Gänge-Menü. Auch unsere gemütlichen Zimmer waren nach langen Wanderungen auf dem „Newskij Prospekt“ genau das Richtige.

Die Woche war mit vielen Emotionen und Kultur gefüllt, so starteten wir gleich am nächsten Morgen mit einer Stadtrundfahrt und der Besichtigung des legendären Panzerkreuzers Aurora sowie der Peter-Pauls-Festung. An den anderen Tagen ging es weiter mit Picasso, Repin, van Gogh und Monet in der Eremitage und im Russischen Museum. Wir besuchten Pawlowsk und Puschkin und waren überwältigt von der Kunst der Restaurateure, denn während des 2. Weltkrieges waren die meisten Paläste durch Bomben zerstört oder verbrannt. Das berühmte Bernsteinzimmer konnten wir nun in seiner vollen Pracht bewundern, unglaublich, was Menschenhand schaffen kann.

Auch wenn dann am Nachmittag das offizielle Programm beendet war, dachten die wenigsten an Entspannung im Hotel. So besuchten wir die berühmte Isaaks-Kathedrale mit ihrer riesigen Kuppel, bewunderten die Mosaikarbeiten in der Blutskirche ( hier dauerte allein die Restauration schon 30 Jahre!)… und natürlich nicht zu vergessen „Schwanensee“ im Marinskij- Theater! Es gibt auf der Welt wohl kein besseres Ensemble, einfach perfekt.

Zu groß war die Begeisterung für das pulsierende, moderne Petersburg und so fanden sich schnell neue Unternehmungen. Entweder fuhren wir die prachtvollen Metrostationen ab, die mit den riesigen Kronleuchtern schon mal einem Palast glichen, probierten unser Russisch im „Magazin“ oder mieteten uns eine Limousine. Natürlich ließen wir uns nicht nur aus Ulk in einer weißen Hummer-Stretch-Limo durch Petersburg chauffieren – nein, wir nutzten die Gelegenheit für Sightseeing, z.B. am Denkmal ‚Der eherne Reiter‘ oder der Admiralität.

Zwischendurch stöberten wir nach Souveniren, obwohl es bei der riesigen Auswahl an Matrjoschkas, Bernstein und CDs sehr schwer wurde. Kulturvoll  erholten wir uns im „Literatur-Cafe“, in dem Puschkin vorm Duell seine letzte Nacht verbrachte und probierten einige seiner Lieblingsspeisen, dachten auch an einige seiner Werke.

Auch außerhalb von Petersburg waren wir  unterwegs, so in der 200 km südöstlich gelegenen Hansestadt „Nowgorod“, wo wir neben den eindrucksvollen Kirchen und Klöstern auch mal einen, nach unserem Empfinden, sehr kalten Tag erlebten.

Der 27.01. war ein besonderer Höhepunkt der Woche. Zum einen, weil es der 65. Jahrestag der Beendigung der 900-tägigen Blockade von Petersburg war und zum anderen, weil wir an diesem Tag zwei Schulen besuchen wollten. Die Stadt hatte aus diesem Anlass Überlebende der Belagerung aus der gesamten ehemaligen Sowjetunion zu Feierlichkeiten eingeladen. Viele Veteranen, von denen auch eine große Delegation in unserem Hotel untergebracht war. Aus Respekt vor diesen Menschen und als Symbol des Lebens trugen wir alle eine kleine grüne Schleife an den Jacken. Am Abend hatte wir die Möglichkeit den Piskarewskoje Friedhof, den größten der Welt, zu besuchen. Hier fand am Tag die offizielle Kranzniederlegung mit dem russischen Präsidenten Medwedjew statt, aber auch viele Petersburger gedachten ihrer Angehörigen und legten still ihre roten Nelken nieder. Das Blumenmeer war unbeschreiblich. Gegen 19 Uhr wurde für kurze Zeit in der ganzen Stadt der Strom abgeschaltet, die Petersburger stellten als Zeichen der Erinnerung Kerzen in ihre Fenster.

In den Schulen wurde dieser Tag würdig mit Gedenkfeiern begangen. In der ersten Schule nahmen wir in verschiedenen Klassen am Unterricht teil und wir staunten nicht schlecht über die sehr guten Sprachkenntnisse der Zweitklässler. Auch wird der eine oder andere es sich doch nochmal überlegen, bevor er sich über unseren „strengen“ Unterricht beschwert!

Auch in „Schkola No.605“, in Russland haben übrigens alle Schulen Nummern, mit Schwerpunkt Deutsch wurden wir sehr herzlich mit Tee und Gebäck empfangen. Fr. Dr. Seemann knüpfte dort schon erste Kontakte für einen angestrebten Schüleraustausch zwischen unseren Schulen. Zunächst sollen sich die Schüler durch persönliche Kontakte kennen lernen, was Dank der modernen Technik ohne Probleme möglich sein wird, und für 2010 sind die ersten gegenseitigen Besuche geplant.

Am Ende unseres Aufenthalts waren sich alle einig, dass man doch noch eine Woche länger hätte bleiben können, da man sich mittlerweile richtig wohl fühlte, immer häufiger versuchte, russisch zu sprechen und anfängliche Hemmungen mehr und mehr verschwanden.

Auf alle Fälle war es für alle Beteiligten ein unvergessliches, einmaliges Erlebnis, das  uns Russland in positiver Hinsicht näher gebracht hat und eine große Motivation für unseren Russischunterricht darstellt.

So spricht es wohl für sich, dass Gedanken, den Russischunterricht eventuell abzuwählen, bei den Mitreisenden völlig abwegig geworden sind und Nicht-Russisch-Lernende nach der Woche schon ganz passabel kyrillisch lesen können.

Darum wollen wir uns ganz herzlich für die wirklich nicht einfachen Reisevorbereitungen bei Fr. Kurtuschin (Russischlehrerin vom Goethe-Schiller Gymnasium) und bei Fr. Dr. Seemann (unsere Russischlehrerin vom Friedrich-Gymnasium) bedanken.

Wer mehr sehen und wissen will über unsere Woche in St. Petersburg, ist herzlich zum „Tag der offenen Tür“ am 21. Februar 2010 ins Friedrich-Gymnasium Luckenwalde eingeladen.

Juliane Nossack, Alice Lehnert, Franziska Granzow, Maxi Frederike Hempel, (Schülerinnen der 11.und 12. Klasse)

20 Mann in einem Auto

In unserem Hotel: Veteranen bereiten sich auf die Feierlichkeiten zum 65.Jahrestag der Beendigung der Blockade vor. Rike hilft dabei.

In der Schule: Johannes erklärt, woher wir kommen...

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