Aufführungen 2009

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Gefesselt, gerührt, verunsichert, betört, gefordert und gut unterhalten  - abwechslungsreiche Theaterwochen am Friedrich – Gymnasium - Luckenwalde

Gespannte Unruhe im voll besetzten Zuschauerraum, nervöse Darsteller überprüfen durch einen Spalt in der Kulisse, ob ihre Eltern, Geschwister, Freunde einen guten Platz ergattern konnten, der Lehrer geht noch einmal den Szenenplan durch und überprüft, ob alles an seinem Platz liegt.

So oder so ähnlich konnte man es in den letzten zwei Monaten viele Male in der Aula, im Theaterraum der Schule oder im KLAB erleben. Acht Premieren, 16 Vorstellungen von Schülern aller Klassenstufen für Jung und Alt, für jeden Geschmack und jedes Interesse.

Die Stücke wurden selbst nach literarischen Vorlagen entwickelt, Klassiker der Weltliteratur wurden adaptiert bzw. für die Gegenwart  aufbereitet. Zu sehen waren eine Groteske, eine düstere Lesung, eine Collage verschiedener Varianten eines Themas, eine Komödie, ein modernes Märchen, postmodernes und eher traditionelles Theater auf unterschiedlichen Bühnenformen und an wechselnden Spielorten.

Die Vorstellungen sind immer Ergebnis eines langen Lernprozesses über 12 oder noch mehr Monate hinweg. Von ihren Lehrern lernten die Mädchen und Jungen, Verantwortung für ihr Projekt zu übernehmen, es immer wieder kreativ mit eigenen Ideen zu bereichern und die Einfälle anderer anzunehmen, ihren Körper einzusetzen und ihn zu akzeptieren. Sie konnten Vertrauen zueinander und zu sich selbst finden, um auf der Bühne vor bis zu 150 Zuschauern zu bestehen und zu brillieren. Spielend erschlossen sie sich die anspruchsvollen Stoffe. Auf dem Spielplan standen Peer Gynt, Woyzeck, Don Quichotte, Die Physiker, Romeo und Julia, Der Wunschpunsch, eine Kriminalkomödie, Darstellungen der zerstörerischen Wirkung von harten Drogen. Dabei wurden viele Mittel des Theaters erarbeitet und erfolgreich angewendet. Chorisches Sprechen, Bewegungschoreographie, Rollensplitting, Tanz, Gesang, Dialoge und Monologe, symbolische Bilder und Bewegungen, Videotechnik, Musik und vieles mehr wurden zu einem beeindruckenden Ganzen zusammen gewoben. Da war am Ende das meist bestaunte Auswendiglernen der Texte selbstverständliche Nebensache. Auch das ausdrucksstarke Sprechen der Texte, die Verkörperung einer oder mehrerer Rollen mussten gründlich und immer wieder geübt werden. Plakat, Kulisse, Kostüme und Requisiten wurden, einem gemeinsam erarbeiteten Inszenierungskonzept folgend, zusammengetragen, gebastelt, angefertigt. Insgesamt konnten alle Beteiligten ihren künstlerischen Horizont entscheidend erweitern, zur Freude des Publikums, das gefesselt, gerührt, verunsichert, betört, gefordert und gut unterhalten wurde.

Am Ende jeder Vorstellung nach dem immer begeisterten Applaus bedankten sich die Lehrer bei ihren Schülern und die Schüler bei ihren Lehrern. Beide haben ganz besonders viel geleistet.

Je drei Stücke entstanden unter der Leitung von Frau Ulrich und von Herrn Ulrich, eines unter ihrer gemeinsamen Leitung und eines unter der Leitung von Frau Krause.

Therese Bendzko

DS-Kurs 13

(Herr Ulrich)

"H"

eine szenische Lesung

DS-Kurs 13

(Frau Krause)

eine Groteske

Es gab zwei Besetzungen, jede entwickelt ihre eigene Sicht auf die Figuren, deren Zusammenspiel und somit auf die Handlung. Es gab demzufolge zwei unterschiedliche Aufführungen geben. Was lustig begann, endete im Schrecken.

Wie kann ein Wissenschaftler seiner Verantwortung gerecht werden? Vorbild war A. Einstein, der die Schuld, an der Entwicklung der Atombombe beteiligt gewesen zu sein, nie abschütteln konnte und wollte

DS-Kurs 13

(Herr Ulrich)

„Don Quichote Fantasie - Gerechtigkeit - Liebe"

von Miguel de Cervantes

Dramatisierung des Romans, Collage, um Aktualität und Bedeutungsspektrum des Stoffes auszuloten. Am Beispiel der Abenteuer des Ritters und seines Knappen Sancho Pansa geht es um die Kraft der Fantasie, die Notwendigkeit von Idealen, von überlieferten Werten, um Liebe, um Gerechtigkeit aber auch um deren Grenzen.

DS-Kurs 12

(Frau Ulrich)

Georg Büchner: "Woyzeck"

Wie aktuell das klingt, und ist doch schon 150 Jahre alt: Da liebt Einer Eine, und zwar abgöttisch, so was kommt vor. Der Einen aber reicht diese Liebe nicht, sie träumt von einem

besseren Leben. Das soll ihr ein Anderer bieten. Auch davon hat man schon gehört.

Wie lange kann Einer aber ertragen, hintergangen, gequält und verspottet zu werden, wenn er nichts hat, außer diese Liebe?

Gezeigt wird eine  Inszenierung, die versucht, auch moderne Bezüge zu den aufgeworfenen Fragen herzustellen.

DS-Kurs 12

(Frau Ulrich)

William Shakespeare: Romeo und Julia

3 Versuche

Wer kennt ihn nicht, den Mythos dieser Liebe, welche so stürmisch und leidenschaftlich entbrennt und so tragisch endet? Sie gehört zu den meistgespielten Tragödien.

Durch eine Verschiebung des Blicks auf den Stoff soll das Stück mit neuem Leben gefüllt werden. Die Gruppe wird so ihren eigenen Zugang zu den für sie wichtigen Themen Hingabe, Enttäuschung, Verletzung und unversöhnlicher Hass zeigen.

DS-Kurs 11

(Frau Krause)

Ehret die Frauen

Revue zur Frauenemanzipation

Wahlpflichtkurs Klasse 10

(Frau Ulrich)

Michael Ende: "Der Wunschpunsch"

Dramatisierung des Kinderbuches

Der geheime Zauberrat Beelzebub Irrwitzer und seine Tante, die Geldhexe Tyrannja Vamperl, haben Probleme: Das Jahr neigt sich seinem Ende entgegen und beide haben ihr Soll an bösen Taten noch lange nicht erfüllt. Doch sie haben einen raffinierten Plan!

Können Rabe Jakob und Kater Maurizio diese finsteren Absichten vereiteln? Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt …

Besonders die Themen Umweltzerstörung und Wohlstand, der so satt und träge macht, dass man existenzielle Bedrohung nicht mehr erkennt, sind aktueller Inszenierungsansatz.

DS-Kurs 12

(Herr Ulrich

„Peer Gynt“ von Henrik Ibsen.

Wer ist Peer Gynt? Ein Lügner, ein Taugenichts, ein phantasievoller Individualist, ein Liebhaber, ein ruheloser Wanderer? Wie kann man sein eigenes Ich finden?

Diese und andere Fragen interessieren an diesem Klassiker der norwegischen Literatur.

AG Theater

(Frau und Herr Ulrich)

"Raub in der Parkallee"